1. Das erste Patenprojekt die Rotenhan - Marter (1501) im Sand

"Der Stein beginnt zu reden", das Zitat aus dem Schauspiel "Mutter Courage und ihre Kinder" von Bert Brecht umschreibt genau die Zielsetzung des Schulprojekts der DENK-MAL-STIFTUNG mit dem Kaiser-Heinrich-Gymnasium in Bamberg.

Die Stiftung wandte sich im Jahr 2001 an die Schule und hatte Glück. Nicht nur die Projektidee wurde mit großem Interesse aufgenommen, es fanden sich zwei Pädagogen, Oberstudienrätin Annette Glück-Schmidt mit den Fächern Latein, Griechisch und Ethik und Oberstudienrat Johannes Först mit der Kombination Biologie und Chemie, die in bewundernswerter Weise verstanden, die Idee umzusetzen und die Schüler zu motivieren und zu engagierter Mitarbeit anzuregen. Die Pädagogen wiederum fanden Schüler, die sich dem Thema mit großem Einsatz verschrieben haben. Denn eine Idee - sei sie noch so gut - steht und fällt nun einmal mit den Menschen, die sie aufgreifen und umsetzen. Gemeinsam möchten Schule und Stiftung die Beziehung "Denkmal - Umwelt" und damit das Thema "Denkmalpflege" für junge Menschen lebendig und verständlich werden lassen. Im Rahmen des Schulprojekts sollen die Schüler erfahren: "Der Stein beginnt zu reden", wenn wir uns auf ihn einlassen.

Das erste Patenprojekt - vorgeschlagen vom Denkmalamt der Stadt Bamberg - war die Rotenhan-Marter im Sand, die dringend restauriert werden mußte. Die Schüler beschäftigten sich intensiv mit dem Denkmal, diskutierten mit den Restauratoren, behandelten das Thema Flurdenkmäler, Umweltzerstörung und kunsthistorische Bedeutung im Unterricht und sammelten mit unterschiedlichen Benefizveranstaltungen das Geld für die nötige Restaurierung. Der große Erfolg, auch die Anerkennung von außen motivierte das Denkmalteam, sich für ein größeres zweites Patenobjekt zu engagieren. Mit viel Mut machte man sich man sich an die gewaltige Aufgabe 120.000 Euro für die Restaurierung des Bamberger Kreuzweg zu sammeln. Der Bamberger Kreuzweg, gestiftet 1503 von Marschalk von Raueneck ist der älteste noch im Original vor Ort stehend Kreuzweg in Deutschland.


2. Kreuzwegstationen

Ziel des Schulprojekts ist es, das Bewußtsein von jungen Menschen für ihre Umwelt, für Natur und Denkmäler zu wecken, ihre Eigenverantwortung zu stärken und sie zu motivieren, sich für Schutz und Erhaltung zu engagieren. Durch Patenschaften für Denkmäler in ihrer Stadt wollen die Schüler, die beteiligten Lehrer und die DENK-MAL-Stiftung zusätzlich einen Anstoßeffekt erzielen, der die Bürger zu Mitverantwortung und Unterstützung anregen und bürgerliches Engagement verstärkt an die Seite der öffentlichen Hand stellen soll.

Das hier zur Diskussion stehende Projekt der Schüler ist die Patenschaft für den "Bamberger Kreuzweg". Das Projekt muß vor dem Hintergrund des gesamten Schulprojekts "Der Stein beginnt zu reden" gesehen werden. Die Aktivitäten der Schüler richten sich auf drei Punkte:

  • die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Kreuzweg
  • die Finanzierung der Instandhaltung der Reliefs des Kreuzwegs
  • die Motivation der Bürger Bambergs zum Engagement im Sinne eines Schneeballeffekts.

Die tatsächliche Durchführung der Maßnahme liegt in den Händen der Denkmalbehörde der Stadt Bamberg, der beteiligten Projektierungsgesellschaft und der beauftragten Restaurierungsbetriebe.

Der modellhafte Charakter dieses Projekts liegt nicht im technischen Bereich, sondern mit dem Projekt wurden neue Wege der bürgerlichen Mitverantwortung aufgezeigt, angeregt und initiiert durch den fächer- und klassenübergreifenden Unterricht des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums zu Fragen von Umwelt - Natur – Denkmal in der eigenen Stadt und die Übernahme von Patenschaften für gefährdete Denkmäler.

Durch unterschiedlichste Aktionen der Schüler wurden die Mittel zur Restaurierung gewonnen. (Konzerte, Theater, Flohmärkte, Tombola, Straßen- und Haussammlungen, Spenden zu bestimmten Anlässen, Denkmalissimo, Wettbewerbe, Preise usw.)

Mit der Wiedereinweihung des "Bamberger Kreuzwegs" durch den Erzbischof von Bamberg wurde das Schulprojekt (Modellvorhaben) am 31. Mai 2005 abgeschlossen. Da diese rein praktische Seite des Projekts nicht direkt etwas mit dem eigentlich Modellvorhaben als Projekt der schulischen Bildung und des Engagements von Schülern zu tun hat, freuen wir uns, heute den Schlußbericht vorlegen zu können.

Als Modellvorhaben im Sinne eines Projekts der schulischen Bildung und des Engagements von Schülern kann mit Überzeugung festgestellt werden, daß die schulische Bildung über den eigentlich Unterricht hinaus wirkt und Anstöße zum Weiterdenken und Weiterentwickeln weckt. Den Schülern wurde deutlich, das sich Engagement lohnt und Freude macht. Nicht zuletzt wirkt der Anstoß- und Motivationseffekt des Schulprojekts sehr erfolgreich und weist schon erfolgreich in die Zukunft. Schüler aus den nachwachsenden Klassen des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums wurden motiviert mitzumachen und widmen sich nun ebenfalls mit Elan dem Schulprojekt, so daß eine dritte Patenschaft gestartet werden konnte, die Restaurierung des "Kaiserportals" am Kloster Michelsberg. Vor allen Dingen aber wurde die Bürgerschaft der Stadt Bamberg verstärkt auf die Umweltprobleme von Denkmälern aufmerksam. Die Idee, sich gerade in Zeiten knapper Mittel durch ehrenamtliches Engagement für Kulturdenkmäler zu engagieren, überzeugte. Denkmäler wurden als unverzichtbarer Bestandteil unseres historischen Erbes und unserer Umwelt neu erlebt. Die Bürger Bambergs haben nicht nur das Projekt der Restaurierung des Bamberger Kreuzwegs als Patenprojekt des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums mit Spenden unterstützt, auch andere Projekte im Bereich von Umwelt und Denkmalpflege kamen plötzlich ins Gespräch. In Bamberg ist etwas in Bewegung geraten!

Die Schüler entdeckten mit dem Projekt "Der Stein beginnt zu reden" Kultur als Teil unserer Umwelt. Sie wurden selbst mit großer Kreativität vielfältig kulturell aktiv, schulten ihre Ausdrucksfähigkeit auf unterschiedlichen Gebieten und lernten im Rahmen des Themas sich selbst mit all ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten kennen. So besteht Grund zur Hoffnung, daß die jungen Menschen ein besseres Verständnis für "Umwelt und Denkmal" entwickeln, so daß sich auch die nächste Generation mit Sachverstand und Liebe um den Erhalt von Natur und Denkmal, von Heimat und historischem Erbe bemühen wird.

Die Öffentlichkeitsarbeit spielte eine wichtige Rolle im Schulprojekt. Die Bildungsarbeit der Schule wurde in der mehrmals prämierten Internetseite "www.apfelweibla.de" ausführlich dokumentiert, was den Schülern Freude bereitete und die Identifikation mit dem Projekt verstärkte. Diese Seite wurde aber auch von Bamberger Bürgern, kulturell interessierten Besuchern der Stadt und Journalisten besucht und als Anregung und hervorragende Ergänzung zur gängigen Literatur empfunden.

Ein wichtiges Ziel des Schulprojekts war es, neben eigenem Engagement mit erfolgreicher Öffentlichkeitsarbeit die Bürger Bambergs zu motivieren, sie für das Thema zu interessieren und mit Spenden die Aktion der Schüler für die Stadt und ihre Denkmäler zu unterstützen.

So setzten von Beginn der Denkmalprojekte an Berichte in Tageszeitungen, Fachzeitschriften und im Fernsehen (regional und überregional ) wichtige Impulse zur Motivierung der Schüler - aber auch der Bürger Bambergs. Mit "Denkmalissimo" einem Fest rund um die Denkmalpflege wurde die nächste Patenschaft aus der Taufe gehoben und die Bürger zugleich umfassend über Denkmalpflege und die Bedeutung historischer Denkmäler als Teil unserer Umwelt informiert.

In dem gemeinsamen Projekt des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums und der DENK-MAL-Stiftung ist es mit geringen Mitteln, aber guten Ideen, mit großem Engagement und mit besonderer Motivation gelungen, "Berge zu versetzen" und Denkmäler vor Ort zu erhalten.


3. Kaiserportal

In einem dritten Patenschaftsprojekt beschäftigen sich die Schüler des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums mit dem "Kaiserportal" am Kloster Michelsberg. Es handelt sich um eine außergewöhnlich schöne Skulpturengruppe von Johann Peter Benckert einem bedeutenden Bildhauer aus Franken, der neben Arbeiten in Bamberg zahlreiche Werke für den berühmten Park von Sanssouci geschaffen hat.

Die Figurengruppe schmückt das Michaelsportal den Eingang zum Prälatenbaus an der Südseite des ehemaligen Kloster Michaelsberg. Rechts und links des mit gebrochenen Segmentgiebeln geschmückten Portals, über dem sich die Gestalt des siegenden Michaels erhebt, stehen vor besonderen Nischen, die durch Volutenzüge in den architektonischen Rahmen des Portals einbezogen sind, die Heiligen Heinrich und Kunigunde auf hohen, mit Löwenhäuptern geschmückten Sockeln. Die Inschrift eines Pergaments, das Kaiser Heinrich in der erhobenen Hand hält, trägt ein Chronostichon, aus dem sich die Jahreszahl 1743 ablesen läßt. Die Verwandtschaft der Kunigunde am Michelsberg mit der berühmten Skulptur an der "Unteren Brücke" in Bamberg ist eindeutig.

Die Gestaltung der Gesichter und Gewänder in Form, Zuschnitt und Drappierung verrät die ganz nach außen gewandte, auf sichtbare Verdeutlichung der Empfindung gerichtete Darstellungsweise Benckerts. Das Kaiserpaar und Michael bilden eine eindrucksvolle Einheit. Das Ganze ist von einem wundervollen rauschenden Gesamtschwung. Mit strahlender Leichtigkeit erhebt sich der lächelnde Überwinder Michael über seinen gestürzten Widersacher, den Satan. Die Benckertsche Eigenart entfaltet sich in der Portal-Kunigunde mit all ihrem spielerischen, überwuchernden Rankenwerk und blüht in der Michaelsgruppe in seltener Schönheit und Einheitlichkeit empor, bei der alles durch die Art spricht, mit der sich die Elemente wie in einem tanzenden Reigen harmonisch vereinigen.

(Frei zitiert aus "Müller, Karl Ernst – Johann Peter Benckert und Gottlieb Heymüller, süddeutsche Bildhauer am Hofe Friedrich des Großen." – Berlin: Univ. 1940 - Phil. Diss. unveröffentlicht).

Die Schüler des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums beschäftigen sich inhaltlich mit der Gruppe, sammeln durch Aktivitäten Geld zur Restaurierung, und sie machen die Öffentlichkeit auf das fast vergessene Kleinod in einem fast zugewachsenen Garten aufmerksam.

Ganz praktisch werden auch schon Überlegungen angestellt, wie der Bereich um das Portal herum klimatisch günstiger gestaltet werden kann, um zukünftigen Schädigungen wirksam begegnen zu können.


4. St. Elisabeth

Mit dem Schuljahr 2007/2008 wurde ein 4. Patenschaftsprojekt - "Ein Geschenk für Elisabeth" - gestartet. Anlass war der 800. Geburtstag der Heiligen im November 2007. Die Schüler engagieren sich für Restaurierung der Orgel in der Kirche St. Elisabeth im Sand und stoßen damit zugleich die längst fällige Gesamtrestaurierung der Kirche an. Inzwischen bemühen sich Stadt, Gemeinde und Bürgerverein Sand intensiv um die "Elisabethenkirche".

In dieses Projekt wird von der Schule im Unterricht und in der Praxis das Stadtgebiet "Sand", das älteste Bürgerviertel der Kulturerbstadt Bamberg, als interessantes Gesamtensemble mit einbezogen.

Mit zahlreichen Benefizveranstaltungen in der Kirche und rund um die Kirche St. Elisabeth sammeln die Schüler die Mittel zur Restaurierung.
(Konzerte, Theater, Lesungen, Buchveröffentlichung, Erstellung eines Audio Guides, Flohmarkt, besondere Stadtführungen, Ausstellung mit dem Kindergarten aus dem Sand).

Schulprojekt St. Elisabeth

€ 26.000 liegen für die Restaurierung der Orgel in der Kirche St. Elisabeth im Sand bereit, gesammelt in 4 Jahren von den Schülern mit unterschiedlichsten Aktivitäten, Benefizkonzerten, Denkmalissimo (Denkmalmesse), einem Audio Guide zu den Patenprojekten der Schüler, dem Buch "Menschen im Sand" (Schülerinterviews mit Bewohnern des Sandgebietes), Verkauf von Postkarten mit eigene Fotografien.

Die Orgelrestaurierung kann erst nach der Fertigstellung der Außenrestaurierung der Kirche erfolgen.


5. "Mehr als Kraut und Rüben"

Katharinentor in der Nürnberger Straße

Die Schüler beschäftigen sich mit dem urbanen Gartenbau, der in Bamberg Tradition hat. Die Bamberger Gärtnerstadt – auch ein Denkmal im Gesamtkomplex der Weltkulturerbestadt Bamberg - wird erforscht, die Historie untersucht, vergessene Kulturpflanzen in Zusammenarbeit mit den Gärtnern rekultiviert. Süßholz wird neu aktiviert (Lakritze gekocht) und in Vergessenheit geratene Rezepte zu den wieder entdeckten Gemüse- und Obstsorten bei Eltern, Großeltern und in Archiven ausgegraben, nachgekocht und in einem Kochbuch zusammen gestellt.

Das Projekt "Mehr als Kraut und Rüben" verknüpft innovativ sinnvoll Denkmalpflege - Umwelt – Ernährung. Diese Verknüpfung ist aktuell von großer Bedeutung, denn falsche Ernährung auch in den Industrieländern wird immer mehr zu einem Gesundheitsproblem. Das Denkmal "Gärtnerstadt Bamberg" wird genutzt, um Schüler mit diesem Problem zu konfrontieren und über den Weg des Bewusstmachens von heimatlicher Umwelt, sinnvoller Nutzung und angepasster gesunder Ernährung zu informieren, zum Umdenken und Weiterdenken anzuregen.

Im Rahmen der Denkmalpatenschaften übernehmen die Schüler die Patenschaft für das Katharinentor in der Nürnberger Straße. Dieses Tor ist ein letzter Hinweis auf die Wirtschaftsgebäude des Katharinenhospitals im Gärtnerviertel. Das Hospital stand am Maxplatz. So verknüpfen sich zwei wichtige Projekte zu Denkmälern, einmal die bedeutende Gärtnerstadt mit ihrer Geschichte und ihrem aktuellen Nutzen für die Weltkulturerbestadt Bamberg und zum anderen der praktische Erhalt eines historischen Denkmals in dieser Gärtnerstadt.


6. "Wenn alle Brünnlein fließen"

Das Denkmalpatenprojekt Nr. 6 läuft seit 2014 im Kaiser-Heinrich-Gymnasium

Das neue Patenprojekt „Wenn alle Brünnlein fließen“ stellt drei barocke Brunnen am Kloster Michaelsberg in den Mittelpunkt. Wieder wollen die Schüler in Theorie und Praxis „Den Stein zum Reden bringen“ und die Finanzierung der Restaurierungsmaßnahmen übernehmen.
Mit Benefizveranstaltungen werden in den nächsten Monaten - wie bei allen fünf vorherigen Patenschaften - Spenden gesammelt, Bürger auf die Aktion aufmerksam gemacht und zum Spenden motiviert und so ein wichtiger Beitrag zum Erhalt des Weltkulturerbes Bamberg geleistet.
Dieses ehrenamtliche Engagement der Schüler stärkt nicht nur die Übernahme von Verantwortung für unsere Umwelt und das kulturelle Erbe in Bamberg , es weckt auch das Interesse an Fragen rund um Denkmäler, ihren Wert, ihre Bedeutung, ihre Aussagekraft.
Deshalb beschäftigen sich die Schüler vor allen Dingen auch im Unterricht und in Projektgruppen mit Themen, die in engem Zusammenhang mit den barocken Brunnen stehen. Sie arbeiten mit der Denkmalpflege und dem Stadtarchiv zusammen, sie beschäftigen sich in der Physik mit den mechanischen Anlagen der Brunnen, sie untersuchen Baugeschichte und Mythologien der Brunnen und sie erfassen und dokumentieren die Brunnen fotografisch. Die Fragen, die an die Brunnen als Denkmäler gestellt werden können, erweitern sich im Laufe der Zeit im Rahmen der Beschäftigung mit den Patenobjekten.
Offiziell wurde das 6. Denkmalpatenrojekt mit einem großen Konzert am 5. Juni 2014 im Spiegelsaal der Harmonier eröffnet.

Schirmherr ist der Oberbürgermeister von Bamberg, Andreas Starke.


Was motiviert die Schüler?

Nico (12 Jahre): Im Dezember 2004 wurden wir sogar vom Erzbischof eingeladen, um ihm unser Projekt (Restaurierung des ältesten vollständig erhaltenen Kreuzweges) zu erklären.

Simon (12 Jahre): Der Erzbischof gab uns eine kleine Führung durch den Dom. Nicht viele Leute waren so nahe an dem Papstgrab oder dem Bischofsstuhl wie wir!

Tristan u. Moritz (15 Jahre): Von Anfang an begleiteten wir das Denkmalprojekt unseres Gymnasiums mit regem Interesse. Schlussendlicher Anstoß für uns, selbst aktiv zu werden, war die vom Kaiser-Heinrich-Gymnasium organisierte Spendenaktion zur Restaurierung des Bamberger Kreuzweges von 1503 – einem Stück Bamberger Denkmalgeschichte praktisch vor unserer Haustür. Unser Dank gilt an dieser Stelle noch einmal vor allem den freigebigen Spendern und Spenderinnen, die unser Projekt mit großem finanziellen Aufwand unterstützten.

 

Johannes (16 Jahre): Ich habe durch meine Mitarbeit in der Projektgruppe "Apfelweibla" viele interessante Fakten über die Entwicklung und Geschichte meiner Heimatstadt Bamberg kennengelernt; Sie ist in ihrer Vielfalt einzigartig. Durch das in der Arbeitsgemeinschaft erworbene Wissen über die wichtigen historischen Hintergründe und durch die Erläuterungen von Experten zu Fassaden und Inenraumgestaltung der großartigen Bauwerke habe ich einen spannenden Einblick in die geschichtliche und architektonische Gestaltungweise der berühmten altertümlichen Bauten genossen. Ich selbst hatte die unterhaltsame Aufgabe, zahlreiche Häuser der Judenstraße zu beschreiben, die nicht nur viele attraktive Stilmittel im Bereich der Architektur aufweisen, sondern auch allein durch ihre alten Hausnamen mein Interesse weckten. Des Weiteren war ich an dem umfangreichen Projekt zur Erhaltung des Bamberger Kreuzweges beteiligt. Dabei gab es auch lehrreiche und amüsante Unterrichtgänge und Exkursionen. Ich freue mich, dass ich bei den Denkmalpatenschaften meiner Schule unter dem Titel "Der Stein beginnt zu reden" und bei der Aufbereitung der Geschichte unserer überregional bekannten Altstadt für das Internet mitwirken durfte.

Leonhard (16 Jahre): Es gibt viele Schulprojekte, die sich mit alten Sprachen oder Geschichte, mit Naturwissenschaften oder Landeskunde befassen und die Ergebnisse medial präsentieren. Was soll also so besonders an "Apfelweibla" sein? "Apfelweibla" befasst sich mit alldem in einem einzigen Projekt, ohne sich in Teilbereichen zu verzetteln. Diese beiden Gründe – Universalität und Geschlossenheit – sind für mich die wichtigsten, warum ich gerne dabei bin und dabei bleibe.

Eva-Maria (17 Jahre): Ich fand es besonders cool, dass wir schon zwei Mal vor einem Fachpublikum referieren durften - und jedes Mal hatten wir äußerst interessierte Zuhörer.

Tina (18 Jahre): Für mich war "Apfelweibla" in erster Linie eine Möglichkeit, etwas zu tun, was mit Latein zu tun hat. Es gibt sonst wenige Möglichkeiten, sich in diesem Bereich zu engagieren. Wir fördern durch unsere Projekte auch den Erhalt dieser Sprache. Außerdem haben wir Schüler bei Apfelweibla die Möglichkeit, selbständig an einzelnen Projekten zu arbeiten und zu forschen. Ich fand es sehr interessant, Inschriften an Bambergs Häusern mit meinen Klassenkameraden zu übersetzen und darüber Berichte zu verfassen. Das wichtigste aber ist, dass wir bei Apfelweibla aktiv zum Schutz des Weltkulturerbes Bamberg beitragen und somit dafür sorgen, dass es auch für die Zukunft erhalten bleibt.


www.apfelweibla.de

"Die Denkmalprojekte des Kaiser-Heinrich Gymnasiums (KHG) sind nicht möglich
ohne eine tatkräftige Unterstützung von außen . .."